Betriebsrat gegen Opel-Übernahme durch Fiat
23. April 2009Der angeschlagene Autobauer Opel soll von Fiat übernommen werden. Das sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Donnerstag (23.04.2009) der Nachrichtenagentur dpa. Nach Informationen von "Spiegel Online" soll am kommenden Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. Geplant sei, dass der italienische Autobauer die Mehrheit bei Opel übernehme.
Betriebsrat lehnt ab
Die Arbeitnehmervertreter lehnen den Einstieg des italienischen Autobauers strikt ab. "Fiat hat 14,2 Milliarden Euro Schulden und richtig dicke Liquiditätsprobleme. Die kommen derzeit nicht an Geld", sagte Franz. Fiat wolle Opel nur, um kurzfristig an Bürgschaften kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte einem möglichen Investor staatliche Hilfe zugesagt.
Franz befürchtet, dass Fiat spätestens nach der Bundestagswahl im Herbst massiv Stellen bei Opel abbauen würde. Die Produktpaletten beider Unternehmen würden sich stark überschneiden. Daher seien ein "dramatischer Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen in Deutschland" zu befürchten.
Auch Interessenten aus Russland
Laut "Spiegel Online" führt Opel auch Verhandlungen mit dem Autozulieferer Magna, die aussichtsreich seien. Opel-Management und Betriebsrat würden Magna bevorzugen. Der Opel-Mutterkonzern General Motors und das Bundeswirtschaftsministerium würden aber eine schnelle Einigung mit Fiat bevorzugen. Das Wirtschaftsministerium wollte den Bericht nicht bestätigen.
Nach einem Bericht der "Rheinischen Post" überlegt auch die größte Bank Russlands, die Sberbank, sich an Opel zu beteiligen. Voraussetzung sei, dass ein Konsortium aus Magna und dem russischen Hersteller Gaz den Zuschlag für Opel bekomme.
Nach Angaben des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) ist noch keine Vorentscheidung gefallen. "Mögliche Partner" seien Magna und Fiat, sagte Koch auf Anfrage in Wiesbaden. Die Diskussion zeige aber, dass es Interesse gebe an dem angeschlagenen Autobauer. (det/se/afp/dpa/rtr)